Werkstatt

wir reparieren auch gerne Ihr Klavier

Die Ausbildung zum Klavierbauer dauert offiziell 3,5 Jahre aber tatsächlich braucht es weit länger zu verstehen wie die ca. 8000 Einzelteile eines Klaviers zusammenwirken, bzw. wie man die mechanischen und klanglichen Eigenschaften optimal beeinflussen kann.

Jeder Klavierbauer hat seine eigenen Tricks und Kniffe, die er allerdings aus verständlichen Gründen häufig lieber für sich behält. Die folgenden Zeilen dürfen nur als kleiner, hoffentlich gut verständlicher Einblick in die Funktionweise von Klavieren und Flügeln verstanden werden.

Wie entsteht der Klang beim Klavier und Flügel:

Entscheidend sind:

die Mechanik

der Hammer

die Saite

der Steg

der Resonanzboden

die Dämpfung

Die Tonerzeugung:

Die am hinteren Ende der Taste sitzende Mechanik bewegt den Hammer zur Saite. Diese wird hierdurch in Schwingung gebracht. Die Saite ist über den Steg mit dem Resonanzboden verbunden. Die Schwingung der Saite überträgt sich über den Steg auf den Resonanzboden. Der nun ‚schwingende’ Resonanzboden erzeugt den Klang.

In der Ausgangsposition liegt auf der Saite ein Filz, der jegliche Schwingung der Saite verhindert: der Dämpfer. Mit Anschlagen der Mechanik wird dieser mit abgehoben, bzw. wieder abgesenkt. Der Klang verstummt.

Problematik bei gebrauchten, nicht überholten Klavieren:

Mechanik:

Die Mechanik (Holz) besitzt verschiedene Übersetzungen, die über die Achsen laufen. Diese Achsen sind im Holz eingebettet im Garnierungsfilz. Durch Überbeanspruchung werden diese locker, wird das Klavier lange Zeit nicht gespielt werden sie träge.

Hämmer:

In den Hämmern bildet sich durch das fortlaufende Spiel eine Rille. Diese kann durch das fachgerechte Abschleifen des Hammers beseitigt werden. Sollten die Rillen zu tief sein, muss der Hammer erneuert werden. Sollte das Klavier klimatisch ungünstig gestanden haben, so kann die Spannung des Hammerkopffilzes nachlassen.

Das Thema Hammer ist sehr umfassend und es muss von Klavier zu Klavier individuell entschieden werden wie man vorgeht. Wir informieren Sie gerne in einem persönlichem Gespräch.

Die Saiten

Die Basssaiten sind kupferumantelt. Mit der Zeit können sie sich stumpf/ tot anhören oder störende Nebengeräusche von sicht geben. Prinzipiell ist es immer besser, den gesamten Saitenbezug eines gebrauchten Klaviers auszutauschen, allerdings ist dies auch mit wesentlich höheren Kosten verbunden.  Auch hier muss jedes gebrauchte Klavier individuell begutachtet werden.

Der Steg

Nicht häufig, aber gelegentlich finden sich Brüche im Steg. Das Klavier ist dann nicht mehr stimmbar. Eine Reparatur/ Neuherstellung von diesem ist aufwendig und lohnt sich häufig nicht.

Der Resonanzboden

Entgegen weitläufiger Meinung bedeutet ein Riss im Resonanzboden nicht zwangsläufig das Ende eines Instrumentes. Unzählige Klaviere und Flügel werden mit solchen bespielt, ohne das es der Pianist überhaupt merkt. Es gilt hierbei grundsätzlich zu beachten wo der Riss verläuft, bzw. was er für einen Durchmesser hat. Ist der Resonanzboden quasi gesprungen und kann nicht mehr ausgefüllt werden ist er irreparabel. Bei Instrumenten an die der Besitzer eine starke, persönliche Bindung hat besteht die Möglichkeit einen neuen Resonanzboden einzubauen. Das ist allerdings teuer.

Kleinere Trocknungsrisse sind hingegen nicht relevant. Wir reparieren all unsere Instrumente aber trotzdem auch in dieser Hinsicht, schon allein um zu verhindern dass sich die Risse weiter auftun und um eine gewisse Wertbeständigkeit zu gewährleisten.